Im Jahr 2005 haben sich ein visueller Künstler und ein Anthropologe zusammengefunden, um eine ungewöhnliche Reise an zu treten. Sie reisten viele Monate durch Afghanistan und dessen Nachbarländer mit dem Versuch den Nervenkitzel Freizeitreisender in Konfliktgebieten zu verstehen und zu dokumentieren. Das Resultat ist ein faszinierendes, amüsierendes und eigenwilliges Buch, welches einen einzigartigen Einblick in dieses wachsende Touristenphänomen erlaubt. „Kafkanistan“ ist als eine Art „Road-Book“, welches einer gewohnten Handlung von Helden auf ihrer Reise folgt, auf welcher diese mit einer Vielzahl an Hindernissen und Herausforderungen konfrontiert werden. Im Buch sehen wir die zwei Protagonisten Kartunwallah und Smileywallah durchgehend gekleidet als Einheimische im Versuch sich selbst in der lokalen Kultur zu integrieren. Eine Art Aussöhnung zu ihren eigenen Vorurteilen zu Land und Leuten. Das Ergebnis, welches meist komisch ausfällt, offeriert nicht nur einen seltenen Einblick in die tägliche Kultur und Gebräuche in und um Afghanistan, es identifiziert einige der heranwachsenden Absurditäten, welche seit dem Eindringen von westlichem Tourismus auftreten. Das Buch ist reich an Bildern und die Texte, eine Mixtur aus Dialoge, Tagebuch, Interviews und Fakten unterhält und informiert gleichermaßen. Die Lächerlichkeit der zwei Charaktere mit ihrer vorgefasst- westlichen Einstellung, auf der Suche nach Abenteuer und Erkenntnis scheint zeitweise naiv, jedoch entfaltet sich „Kafkanistan“ dem Leser auf vielen verschiedenen Ebenen. Als physisches Ereignis und Wahrnehmung gemischt mit Vorurteilen. Die Mischung aus Angst und Faszination welche Kriegstouristen anzieht, oft entfacht durch mediale Aussagen der Gewalt und Unterdrückung, wird gekontert durch Interviews, welche die Ignoranz, als auch die verdrehten Beweggründe der Reisenden aufzeigt. Vom lächelnden Gesicht der „Miss Canada“, strahlend mit Krone verschwindend hinter ein Burqa, bis zu der Entdeckung des seltenen und mysteriösen „Wolfsshits“ oder dem Pfad dunklen Strebens nach Waffen. Der Leser wird konfrontiert mit einem Gemisch aus Anthropologie und Visuller-Kunst welches dazu dient, westliche Vorurteile in diesem Teil der Erde zu untergraben. „Kafkanistan“ ist nicht nur als Vergnügen zu betrachten, es bietet einen echten Einblick in die verzerrte Motivation, welche Auftrieb für diese Art voyeuristischen Tourismus ist. |
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Kafkanistan - Lukas Birk & Sean Foley -Veröffentlichung März 2008 Softcover 234 Seiten mit mehr als 300 Fotos and Illustrationen + gratis Film- DVD mit zwei Filmen und Special Features. ISBN 978-3-200-01130-4 |
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